christian_dior_et_les_artistes_intro_vzg_01
christian_dior_et_les_artistes_galeriste_vzg_02
christian_dior_et_les_artistes_dessinateur_vzg_03
Christian Dior und die Welt der Kunst

Christian Dior und die Welt der Kunst

Zu den Freunden Christian Diors zählten nur weniger Modeschöpfer, dafür umso mehr große Künstler! Seine Eltern ließen ihn nicht auf die École de Beaux-Arts gehen, weil sie der Meinung waren, dass man dort keinen richtigen Beruf erlernt. Er respektierte seine Eltern sehr, und doch machte er das, was er wollte… Zunächst beruhigte er Madeleine und Maurice Dior, da er sich am "Institut d’Études Politiques in Paris" einschrieb. Die Hochschule gab ihm vor allem die Möglichkeit, die langen Abende und Nächte von Paris auszukosten. Sein Vater war auch damit einverstanden, dass er das Komponieren erlernt, damit er seine Kenntnisse am Klavier perfektioniert, die er seit seiner Kindheit vor allem im gelben Salon von Rhumbs erlangt hatte, wo die Möbel seiner geliebten Großmutter mütterlicherseits standen.

Ein Galerist, befreundet mit den größten Künstlern seiner Zeit

Zurückhaltend, aber immer mit einem Lächeln, ein Genießer, der kaum 20 Jahre alt war und mit den ganz Großen verkehrte: mit Jean Cocteau (Der Ochse auf dem Dach) oder auch mit dem Musiker Henri Sauguet, der zur Ecole d’Arcueil, gefördert von Erik Satie, gehörte. Eine kleine Band entstand, die Sauguet „den Club“ taufte und sich jede Woche in der Bar Le Tip Toes in der Rue Tronchet traf.
Zu dem eingespielten Team gehörten Dior, der begehrte Maler Christian Bérard, der zum Förderer des späteren Couturiers werden sollte, der Dichter Max Jacob, der Historiker Pierre Gaxotte, der Schriftsteller René Crevel und der Schauspieler Marcel Herrand.

christian_dior_et_les_artistes_galeriste_vze_01Durch den Kontakt mit jenen, die er für die Genies der damaligen Zeit hielt, spürte Christian Dior immer mehr, dass er, auch wenn er einiges Talent bewies, nie ernsthaft Maler oder Musiker werden würde. Wie so oft war es der Zufall, der dann für ihn entschied: Sein Freund Jacques Bonjean suchte einen Partner und so wurde er „Leiter einer Gemäldegalerie“, die am Ende einer Sackgasse in der 34, rue de la Boétie lag. Die Galerie trug nicht den Namen Dior, der nach dem Willen von Madeleine Dior nirgends erscheinen durfte. Doch sie beherbergte die Werke von Künstlern mit berühmten Namen oder jenen, die es noch werden sollten. Francis Rose, Paul Klee, Heinrich Campendonk, Max Ernst, Otto Dix, Salvador Dali, Juan Miro, Alberto Giacometti, Pavel Tchelitchev, Giorgio De Chirico, Raoul Dufy, Maurice Utrillo, Georges Braque, Alexander Calder, Louis Marcoussis… und Pablo Picasso. Dior war absolut in seinem Element zwischen all den Gemälden, doch im Zuge der Krise von 1929 blieben die Käufer aus.

Vom Zeichner zum Couturier…

1932 nahm das Abenteuer ein jähes Ende. Doch die Freundschaften und der Geschmack für Kunst lebten weiter. Nach einer Krankheit – die Tuberkulose zwang ihn dazu, Paris 1934 zu verlassen – wohnte er in Notunterkünften und hielt sich mit kleinen Jobs über Wasser. Schließlich kam er bei seinem Freund Jean Ozenne unter, damals ein talentierter Modezeichner, dessen Entwürfe sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage gut verkauften. Dior wurde sich der Kluft zwischen Maler und Kunstliebhaber bewusst… doch er schien sehr talentiert zu sein und zeichnete unermüdlich. Seine Zeichnungen begannen schnell, sich gut zu verkaufen. Und auch seine Hüte wurden ein voller Erfolg.

christian_dior_et_les_artistes_dessinateur_vze_02Christian Dior war Modellzeichner bei Lelong, wurde mit 42 Jahren Couturier und kreierte pausenlos Kleider wie ein Architekt, wählte seine Farben wie ein Maler und umgab sich mit jenen, die seine Kunst am besten in Szene setzten wie der Fotograf Willy Maywald oder der Zeichner René Gruau. Seine Künstlerfreunde, aber auch die Großen der Kunstgeschichte beeinflussten das ganze Werk von Christian Dior, bis hin zu den Namen der Stücke, die eine Hommage des Couturiers waren. Zum Beispiel Jean Cocteau: ein Abendkleid aus weißem Organdy; Walter Scott: ein Ensemble für die Nachmittagsstunden; Musique de Chambre: ein Etuikleid für das Dinner; Musée du Louvre: ein kurzes Seidenkleid aus weißem Seidenstoff; Bach: ein Galakleid…

christian_dior_et_les_artistes_dessinateur_vze_03Seit seiner ersten Modenschau für Dior im Juli 2012 versucht der künstlerische Leiter der Damenkollektionen, Raf Simons, diese Verbindung, die das Haus Dior mit Künstlern eint, aufrechtzuerhalten. So griff er die abstrakten Gemälde des Malers Sterling Ruby auf einigen seiner Haute Couture-Kleider und Zeichnungen des jungen Andy Warhols auf den Stücken und Accessoires seiner Prêt-à-Porter auf. Noch heute ist die Geschichte von Dior eng mit der Welt der Kunst verbunden: Seit 2011 etwa lässt die Wanderausstellung Lady Dior As Seen By circa 50 bildenden Künstlern und Fotografen freie Hand bei der Neuinterpretation der Kulttasche Lady Dior.

christian_dior_et_les_artistes_dessinateur_vze_04