DIORMAG

30. Mai
Modeschauen

Warten auf die Show

29. Mai
Erbe

Dior und England

Wir werfen einen Blick in die Archive der Maison und betrachten die geschichtsträchtige Verbindung zwischen Dior und England.

29. Mai
Erbe

Die Leidenschaft für England

Die Verbindung zwischen Christian Dior und Großbritannien entstand bereits in seiner Kindheit, die er in der Normandie verbrachte. Wir blicken noch einmal auf diese Leidenschaft, die stets Inspiration für den Couturier war und nun mit der Modenschau fortgesetzt wird, die in wenigen Tagen in Blenheim Palace präsentiert wird.

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Collection musée Christian Dior, Granville

In dem englischen Landschaftsgarten mit weichen Formen zeichnete der junge Christian Dior mit seiner Mutter und dort lernte er auch Englisch. Seine Begeisterung für die englische Kultur und Lebensart blühte auf, genau wie die gelben „Mermaid“ oder „Pilgrim“ Rosen, die um die Villa Les Rhumbs im anglo-normannischen Stil wuchsen. Die Fassade mit ihren bow-windows und dem Wintergarten erinnerte an die Bauten der viktorianischen Architektur mit Eisen und Glas. Die Liebe zu England führte die Familie Dior mehrfach auf die britischen Inseln Guernersey und Jersey, die vor Granville im Meer liegen.

1926, Christian Dior war kaum fünf Jahre alt, ging sie erstmals nach London. Bei diesem Aufenthalt konnte er die Sprache lernen, er entdeckte vor allem aber auch die englische Küche. Er schwärmte zum Beispiel vom yorkshire pudding und den minces pies – den kleinen Weihnachtskuchen mit getrockneten Früchten. Doch er liebte vor allem das Frühstück, mit Tee, Eiern, Speck und Porridge of course. In seinen Memoiren schrieb er, dass England ihn faszinierte, nicht nur die Küche, sondern auch „die Bräuche, der Sinn für Traditionen und die Höflichkeit“. Die britische Eleganz beeinflusste zunächst seinen Kleidungsstil und später auch seine Haute Couture Kreationen. Während der Besetzung von Paris kleidete er sich etwa wie ein Engländer: grauer Flanellanzug – mit Kornblume im Knopfloch – Richelieus und Melonenhut.

Christian Dior griff diesen Kleidungsstil und die englische Kultur auch in seinen ersten erfolgreichen Arbeiten als Modellzeichner auf. Im Sommer 1938 entwarf er für den Designer Robert Piguet ein Kleid mit Hahnentrittmuster und Lingerie-Unterrock, das er Café Anglais taufte. Das schwarz-weiße Motiv leitete sich von dem Glencheck-Muster ab, das von der eleganten britischen Aristokratie sehr geschätzt und durch den Herzog von Windsor populär wurde. Die schlichte Geometrie dieser grafischen Architektur wurde mit der Zeit zu einem der Codes des Hauses Dior: Sie ist auf den Glasflakon von Miss Dior, dem ersten Duft der Maison, graviert, dessen Name ebenfalls ein Verweis auf England ist. In jeder Kollektion ließ sich Christian Dior von dem britischen Esprit inspirieren, insbesondere bei den Kreationen Ascott, Bristol, Cambridge, Chelsea, Claridge, David Copperfield, Dickens, Dorchester, Hyde Park, Kew Garden, Kipling, Mayfair, Oxford, Piccadilly, Sweetheart und so weiter. Während seiner gesamten Karriere versprühten Christian Diors Kreationen in dem Stadthaus in der Avenue Montaigne Nr. 30 diesen ganz besonderen „british touch“. Und auch heute setzen seine Nachfolger diese Tradition mehr denn je fort.

Madeleine und Maurice Dior vor den anglo-normannischen Inseln im Garten ihrer Villa in Granville.

29. Mai
Events

„England... Ich mag die Bräuche, den Sinn für Traditionen, die Höflichkeit, die Architektur.“ Christian Dior

28. Mai
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