08.05 BREAKING NEWS

QUER ÜBER DEN ATLANTIK

GALERIE

Die Skyline von Manhattan, der East River und die Boote, die ihn überqueren, bildeten die Kulisse für die Modenschau der Kollektion Cruise 2015 von Raf Simons für die Maison Dior, die gestern in Brooklyn stattfand.

Um zu den Docks und dem Veranstaltungsort der Modenschau zu gelangen, musste man in nur wenigen Minuten auf einem Boot den East River überqueren. Eine kleine Kreuzfahrt, bei der man Manhatten und seine Wolkenkratzer in die Ferne rücken sah, während man unter der Williamsburg Bridge hindurchfuhr und sich von weitem die Freiheitsstatur zwischen den Brückenpfeilern und Brooklyn abzeichnete. Eine kleine Überfahrt passend zum Thema der von der Maison präsentierten Modenschau Cruise, doch vor allem eine kleine Überfahrt als Einleitung für eine Kollektion, die den Zuschauern eine große Überfahrt zwischen Paris und New York bot, eine große Überfahrt zwischen der eleganten und sanften Gelassenheit der Avenue Montaigne und dem lebendigen Prickeln des Big Apple. Hin- und Rückfahrt, denn die doppelte Anspielung kommt in der gesamten Kollektion unablässig zum Ausdruck. Raf Simons bietet hier eine subtile und abstrakte Assoziation der beiden Städte und der beiden Länder, wie eine Brücke zwischen den beiden Kulturen quer über den Atlantik.
Amerika ist eine fortwährende Inspirationsquelle für mich. “, erklärt der Modeschöpfer. „Die Pop-Kultur, die Energie, der Elan … Hier ist eine tiefgründige Lebendigkeit zu spüren. Was mich an Amerika immer schon fasziniert hat, ist die Stilmischung. Aber es gibt eine Silhouette, eine sehr ausdrucksstarke Silhouette. Ob Uptown oder Downtown, Ostküste oder Westküste, der Alltagsstil der Amerikanerinnen ist immer von einer gewissen Kraft geprägt .“

Aus dieser Kraft schöpfte Raf Simons den Stil der Silhouetten seiner Modenschau. Ein Mantel ohne Ärmel, sehr strukturiert, aus doppelseitigem Kaschmir, unter dem ein Oberteil aus Seide für einen luftigen und fließenden Kontrast sorgt. Tuchkleider aus Stretchorganza werden lässig über der Brust drapiert und verknotet. Oder auch Jacken und Cabans aus Tweed, die in ausgefranster Wolle hoch über den Beinen enden.
Die Jacke „Bar “ – Kultobjekt des Hauses Dior seit der ersten Kollektion im Jahr 1947 – mit ihrem taillierten Schnitt und den betonten Hüften, nimmt hier dank ihrer horizontalen Knopfreihe, durch die die Taillenlinie noch mehr unterstrichen wird, neue Akzente an. Auch als Bustierversion, wie eine Art Korsage, die von einem fließenden Revers aus Seide umspielt wird.
Die gesamte Kollektion ist von Tüchern geprägt. Manchmal sind es Carré Seidentücher, die allein auf dem Körper zu schweben und sich übereinandergelegt zu Kleidern zusammenzuschließen scheinen. Oder fließende Oberteile, deren geometrische Struktur durch die von Hand gemalten Prints zugleich verschwommen wirkt. Hier und da bildet man sich ein, die Streifen der amerikanischen Flagge in einer Neuinterpretation aus anderen Farben zu erkennen.
Paris – New York in sechzig Silhouetten: Eine Art Zusammenfassung der fünftägigen Überfahrten der eleganten Damen auf den Passagierschiffen quer über den Atlantik, welche die beiden Städte zu Zeiten von Monsieur Dior miteinander verbanden.

Alle Silhouetten auf Dior.com 

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