Dior Lady Art #7

Als zeitlose Ikone, die immer wieder neu interpretiert wird, blickt die Lady Dior auf ein außergewöhnliches Schicksal zurück. Mit ihren architektonischen Linien, die das Cannage-Muster betonen, verkörpert sie die Essenz des Dior Stils, seine kühne Eleganz.

Saison für Saison erstrahlt die Aura dieses Markenzeichens an der Schnittstelle von Modernität und Perfektion. Sie ist mehr denn je zu einem Objekt der Kunst und der Begehrlichkeit geworden, das von Künstlern aus aller Welt aufgegriffen wird. Über einen faszinierenden Umweg verwandelt sich die Lady Dior so in ein einzigartiges Werk, das Tradition und kreative Visionen vereint.

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MINJUNG KIM

Minjung Kims künstlerische Arbeit besteht in der Suche nach Schönheit in Gelassenheit. Austausch, Vermittlung, Entdeckung, Kontemplation: Die Werke der koreanischen Künstlerin sind eine Einladung, sich selbst und die Welt zu erforschen, auf der ständigen Suche nach Ruhe und Gelassenheit. Aus dem Experimentieren mit ihrer Kunst entsteht eine kollektive meditative Aktion, die sich aus der Wirkung von Materialien, Transparenz und Farbabstufungen speist. Ihre sich wiederholende, „minimale“ Ästhetik wird durch eine Überlagerung von Collagen veranschaulicht, die abstrakten Kompositionen Leben einhauchen. Eine poetische Harmonie, eine Ode an die Zartheit.

Indem sie die Anmut ihrer Kunst mit der Virtuosität der Dior Ateliers kombiniert, interpretiert sie die ikonische Lady Dior auf vier traumhafte Arten neu. Das direkt auf die Tasche gedruckte Gemälde The Street ist mit Blumen aus Organza-Tüll verziert und zeugt von außergewöhnlichem Savoir-faire. Im Gegenzug wird ihre Kreation The Story in Nerz neu aufgelegt, während eine bestickte Version, die Couture und Elemente aus der Sportmode kombiniert, eine Micro Tasche ziert. Und schließlich wurde diese Dior Ikone mit exzellenter Handwerkskunst, inspiriert von Hanji – der alten Kunst der Papierherstellung –, neu interpretiert. Sie zeigt im Relief eine Bergkette, die in bezaubernden Rosatönen in den Farben der Morgendämmerung erstrahlt. 

BRIAN CALVIN

Die sonnige Palette der Portraits des amerikanischen Künstlers, Brian Calvin, drückt die jugendliche Energie seiner kalifornischen Wurzeln mit naiver Stärke aus. Die Überlagerung seiner Motive auf seine stark strukturierten Kompositionen verleiht den großformatigen Leinwänden eine ungewöhnliche Temporalität. Die vieldeutigen, fast schon melancholischen Nahaufnahmen der Schönheiten werden figurativ dargestellt und grenzen an eine Form der Abstraktion. Große, karikierte Augen mit farbstarker Iris sowie die von kunstvoll zerzausten Strähnen umrahmten Gesichter ziehen den Betrachter in den Bann – in einem zeitlosen Moment zwischen Reflexion und Imagination.

Brian Calvins ikonische Designs sind auf zwei Lady Dior Modellen anzutreffen – mini und mittelgroß. Für Dior hat er seinem kreativen Prozess eine neue, taktile und sensorische Dimension verliehen. Die Fäden, Perlen und Pailletten, die sorgfältig auf den Bastteil von Hand aufgestickt sind, erinnern an die Gemälde des Künstlers in einem faszinierenden Zusammenspiel von Texturen. Die bestechenden Skizzen präsentieren sich auf der Vorderseite der Tasche. Auf der Rückseite des mittelgroßen Modells sind ein azurblauer Himmel und ein riesiges Auge zu sehen, das an das Nazar-Amulett erinnert – ein magisches Symbol und eine Hommage an die Glücksanhänger, die Monsieur Dior so sehr zu eigen waren. Ein wohlgehütetes Geheimnis: Die Innenseite der Tasche ist mit rosafarbener Baumwolle ausgekleidet, fast wie ein Appell an die Sanftmut. 

FRANÇOISE PETROVITCH

Zeichnung, Skulptur, Gemälde, Video. Die vielgestaltige Arbeit von Françoise Pétrovitch hat tiefes Gefühl und bringt die zaghafte Freiheit des Erwachsenseins zum Vorschein. Der Übergang, ein Raum voller Möglichkeiten, in der Schwebe zwischen Kindheit und Erwachsensein, faszinierte die französische Künstlerin. Ihre singuläre Vision stellt unser Erdendasein infrage. Zwischen Innerlichkeit und Äußerlichkeit, zwischen Kraft und Zerbrechlichkeit, zwischen Angst und Leichtigkeit oszillierend, stellt ihre sichere, fesselnde Strichführung die Dualität der Existenz nach.

Der Vogel, ein wiederkehrendes Motiv in ihrer Arbeit, befindet sich auf den drei Lady Dior Modellen, neu interpretiert von der Künstlerin. Auf der ersten Ausführung aus matt-weißem Leder werden die Linien des Cannage Motivs wie auf Papier nachgezogen. Ein entflogener Vogel, der leicht von der Tasche hervorsteht, scheint wie im Flug eingefroren. Dieses Wunschobjekt in Schwarz mit schlafendem Vogel stellt ein Wechselspiel zwischen Licht und Schatten dar. Das Krafttier in Form eines Glücksbringers ziert die kleine Batikversion, die die Farbpalette und das Licht ihrer Gemälde hervorhebt. Der krönende Abschluss ist auf der Innenseite. Ein Stoff mit hochglänzender Oberfläche rundet diese kreative Reise ab, eine vorsichtige Einladung zur Selbsterkundung.

ZHENYA MACHNEVA

Schnittstelle zwischen Archäologie und moderner Geschichte: Die fesselnden, farbenfrohen Wandteppiche von Zhenya Machneva zeigen auf eindrucksvolle Weise die Glanzstunde, den Niedergang und den Zusammenbruch des Industriezeitalters. Aber auch die verträumte Melancholie verlassener Landschaften und Orte in der ganzen Welt, von der ehemaligen Sowjetunion bis nach Europa und in die USA. Verlassene Fabrikhallen und androidengleiche Figuren werden zum poetischen Thema ihrer handgewebten Arbeiten, die den Lauf der Zeit hinterfragen.

Für Dior denkt sie über die Stellung der Frau in der Gesellschaft nach – über ihre Stärke und die Bedeutung der an sie gestellten Anforderungen. Ihre drei Ausführungen der Lady Dior gleichen Skulpturen mit architektonischen Formen, die ihre geometrischen Linien hervorheben und die Idee einer zusätzlichen Last ohne eigentliche Funktionalität widerspiegeln. Eines der Modelle wird auf einem spektakulären, abnehmbaren Sockel mit großen Kunstharznadeln präsentiert. Die Innenseite sowie die Außenseite der legendären Taschen sind mit Stickereien verziert – ein Beweis für das innovative Savoir-faire der Designerin und ihre Leidenschaft für das Kunsthandwerk, das Zeit und Geduld erfordert. 

DOROTHY IANNONE

Die amerikanische Künstlerin Dorothy Iannone stellt in ihrem autobiografischen Werk und in jeder ihrer figurativen, visuellen Darstellungen – Zeichnungen, Gemälden oder Skulpturen – die Frau als Göttin mit vielfältigen Kräften, als freie Gottheit dar. Inspiriert von ihren zahlreichen Reisen und einer Vielzahl unterschiedlicher Kulturen, entlehnt Dorothy Iannone ihr bildnerisches Universum den östlichen Religionen und bezieht sich in ihren Kreationen regelmäßig auf den Buddhismus und den indischen Tantrismus. 

Für Dior entwirft sie ihre ganz persönliche Vision der Freiheitsstatue, die in Form eines Trios kleiner Figuren, die dank verschiedener Techniken alle unterschiedlich gekleidet sind, die Vielfalt der amerikanischen Identitäten zum Ausdruck bringt. Auf einer mittelgroßen Lady Dior kommt dieses originelle Motiv durch ein Patchwork aus Sternen und Streifen zum Ausdruck – emblematische Symbole der Maison und gleichzeitig eine Anspielung auf die amerikanische Flagge, die auch auf dem „O“ der Dior-Anhänger wiederzufinden ist. Dasselbe Design findet sich auch auf einer Mini-Version aus schwarzem Lack, die mit Pailletten, Perlen und Stickereien verziert ist und dieses Lieblingsaccessoire in ein einzigartiges Schmuckstück verwandelt. 

BOUTHAYNA AL MUFTAH

Als multidisziplinäre Künstlerin arbeitet die katarische Künstlerin Bouthayna Al Muftah mit Medien wie Malerei, Druckgrafik, konzeptionellen Installationen und Performances. Ihre Kunst inszeniert das kulturelle Erbe ihres Landes durch die Archivierung von Elementen aus vergangenen Traditionen und verhindert so den Verlust eines umfangreichen Erinnerungsschatzes. Indem sie die Geschichten der Menschen ihres Landes in abstrakte Konzepte umsetzt, lässt sie Momente aus der Vergangenheit in einem zeitgenössischen Kontext auferstehen.

Für ihre Neuinterpretation der Lady Dior greift Bouthayna Al Muftah auf die Kunst der Typografie und die Gestaltung konzeptioneller Kunstbücher zurück, um eine poetische Landschaft, die mit ihrem Land und arabischen Autoren verbunden ist, auf zarten Formen aus Seidenchiffon darzustellen. Diese von Hand bestickten, speziell entworfenen Stoffteile erinnern an die in ein Manuskript geprägten Seiten aus Geschichte und Erinnerung. Das Design von Bouthayna Al Muftah basiert zwar nicht auf Sprache, verknüpft aber Erzählungen, die Nostalgie und Identität symbolisieren, durch miteinander verwobene Fäden, die den intimen und universellen Charakter von Kunst und Mode unterstreichen.

SARA CWYNAR

Die Künstlerin Sara Cwynar – in Kanada geboren und New Yorkerin im Herzen – hinterfragt in ihrer Arbeit die Mediatisierung des täglichen Lebens durch die immer schneller werdende Verbreitung von Bildern. Mit einer Vielzahl von Ausdrucksformen – von der Fotografie bis zur Collage, von der Performance bis zur Buchgestaltung – lenkt sie den Blick auf diese „idealisierte Bilderwelt“, die über der realen Welt schwebt. Mit einer Kombination aus Vintage und gewagter Modernität entwickelt sie eine Reihe visueller Anachronismen, die mit innovativen kreativen Techniken hergestellt werden. Stillleben, lebendiger denn je, die Banalität, Schönheit, Konsum, den Flow und das Leben selbst in Frage stellen.

Sie wollte das Gefühl der verrinnenden Zeit einfangen und konzipierte ihre beiden Neuinterpretationen der Lady Dior als komplizenhafte Zeuginnen ihrer Zeit. Die Ikone der Maison Dior, die Cannage, wird so zur kostbaren Kulisse für eine Ausstellung von Fotos aus dem Internet. Die emblematischen Bilder, die die Epochen vom 19. bis zum 21. Jahrhundert umspannen, nutzen eine Vielzahl von Effekten – von Drucken bis hin zu realistischen Stickereien – und unterstreichen ein theatralisch extravagantes rotes Leder im Stil eines Miniatur-Kuriositätenkabinetts. In einer zweiten Version sind sie in transparentes PVC auf einem leuchtend gelben Untergrund eingebettet. Der Schulterriemen, der die Tasche ergänzt, ist ebenfalls mit diesen neuartigen „Gemälden“ verziert. Die ultimative Überraschung befindet sich im Inneren der Tasche: eine poetische Reproduktion eines wolkenverhangenen Himmels, eine subtile Einladung zur Flucht, zwischen Traum und Wirklichkeit.

GHADA AMER

Die in Kairo geborene Ghada Amer ist die erste Künstlerin ägyptischer Herkunft, die die ikonische Lady Dior für die siebte Auflage des Dior Lady Art Projekts neu interpretiert. Als engagierte Feministin hinterfragt sie in ihrem hybriden Werk den Körper und die Stellung der Frau in der Welt der Kunst und in der heutigen Gesellschaft. Ihre Werke, die auf der gleichzeitigen Verwendung von Malerei und Stickerei beruhen – einer Fertigkeit, die als ausgesprochen weiblich gilt –, sind wie ein Aufruf an die Frauen, sich ihres Körpers und ihrer Sinnlichkeit wieder bewusst zu werden.

Diese rebellische Sichtweise zeigt sich in zwei Neuinterpretationen der Lady Dior, inspiriert von Ghada Amers Pflanzenskulptur WOMEN'S QUALITIES (Weibliche Eigenschaften) aus dem Jahr 2000 und ihrer Serie von Keramikskulpturen mit dem Titel Thoughts (Gedanken), die sie 2013 mit ihrer linken Hand schuf, obwohl sie Rechtshänderin ist. Das Leder der Tasche ist mit einem Patchwork aus Stickereien, Edelsteinen und Pailletten oder einem handgewebten Gobelin verziert, wobei jedes Mal die Worte „strong“ (stark), „loving“ (liebevoll), „resilient“ (belastbar) oder „determined“ (entschlossen) zu erkennen sind, die laut Interviews mit Ghada Amer an Eigenschaften erinnern, die Frauen zugeschrieben werden. Als wesentliches Detail ist das Innere dieser heiß begehrten Objekte in auffallenden Farbtönen gehalten – von leuchtendem Fuchsia bis hin zu kräftigem Orange –, während die „D.I.O.R.“-Anhänger auf der Rückseite jedes Modells die Buchstaben des Vornamens der Künstlerin aufgreifen und zu „G.H.A.D.A.“ werden.

WANG YUYANG

Der multidisziplinäre chinesische Künstler Wang Yuyang hinterfragt in seinem Werk den Kontrast zwischen Tradition und Technik, künstlicher Realität und historischer Wahrnehmung, Erde und Weltraum. Indem er mit vielen Medien experimentiert – wie Malerei, Skulptur, Fotografie und Video – bieten seine Werke ein neues Verständnis für uns vertraut erscheinende Darstellungen. Dieser Ansatz kommt in The Moon zum Ausdruck, einer Serie von großformatigen Gemälden, die die Tiefen unseres natürlichen Erdtrabanten erforschen, dessen Oberfläche durch psychedelische Farbtöne einen Dialog zwischen dem Wissenschaftlichen und dem Mystischen initiiert. 

Wang Yuyang greift diese Faszination erneut auf, um die Lady Dior neu zu interpretieren, und zwar mit fünf Kunstwerken, die ebenso viele Facetten des Himmelskörpers widerspiegeln. Jede Tasche ist mit Darstellungen seiner Werke geschmückt, die mit einer Kombination aus traditionellen Stickereiverfahren und neuen kreativen Techniken neu interpretiert wurden – ein Zusammenspiel von Texturen und Sinneseindrücken. So werden die Mondkrater durch eine Fülle von Edelsteinen und Pailletten oder durch einen gewebten Jersey-Stoff mit bezauberndem, dreidimensionalem Relief verkörpert, während bei einem der Modelle das Motiv des Mondes auf schillerndes Leder gedruckt ist, das von Grau zu Orange changiert.

SHARA HUGHES

Shara Hughes´ Arbeiten spiegeln zwar eine Fülle von Wissen und eine tiefe Kenntnis der Kunstgeschichte wider, aber es sind ihre Vorstellungskraft und Intuition, die ihre schwungvollen Pinselstriche leiten. Ihre erfundenen Landschaften, kombiniert mit detailreichen Innenszenen, verbinden Traum und Wirklichkeit und stellen die vielfältigen Facetten der menschlichen Psyche dar. In ihren Kompositionen, die die Gesetze von Raum, Licht und Perspektive zu durchbrechen scheinen, verwendet die Künstlerin eine Reihe von Techniken wie Öl, Emaille, Acryl oder Sprühfarbe, die ihren Leinwänden Reliefeffekte verleihen und die Spontaneität ihrer Gestik vermitteln.

Shara Hughes bekräftigt diesen experimentellen Ansatz mit ihrer Neuinterpretation der Lady Dior durch zwei Modelle, an denen bezaubernde optische, materialtechnische und wahrnehmungsbezogene Spielereien vollzogen werden. Abwechselnd in roten Samt gehüllt oder mit tausend bunten Musselin-Blumen bestickt, ist jede der beiden Taschen mit von Hand ausgeschnittenen „Fenstern“ verziert, die den Blick auf einen traumhaften Garten freigeben – eine Ode an die Natur, die Christian Dior so am Herzen lag. Eine poetische Einladung, mit der ikonischen Tasche zu interagieren und die innere Welt der unendlichen Möglichkeiten zu entdecken, die sie enthalten könnte.