Frühjahr-Sommer 2026 Haute Couture Show

Wenn man die Natur imitiert, lernt man immer etwas dazu. Die Natur gibt keine festen Antworten, sondern zeigt Prozesse im Wandel – sie entwickelt sich weiter, passt sich an, bleibt bestehen. Haute Couture folgt derselben Logik: Sie erinnert an eine Ideenwerkstatt, in der Innovation und Handwerk miteinander verschmelzen und altbewährte Techniken zu lebendigem Wissen werden. Sie stellt einen Filter dar, durch den die Gegenwart betrachtet, neu zusammengesetzt und anders interpretiert wird. Dringlich. Subtil. Präzise.

 

Für seine erste Couture-Kollektion betrachtet Jonathan Anderson, Kreativdirektor von Dior, die Couture mit der Neugier eines Sammlers. Er trägt inspirierende Objekte zusammen und verwebt sie zu einer abstrakten Tapisserie. Die Kollektion erinnert an eine Wunderkammer, in der einzigartige Artefakte auf natürliche Formen treffen und zur stillen Betrachtung einladen.

 

Natur trifft auf Kunstfertigkeit, Altes begrüßt Neues. Die Alpenveilchen, die Jonathan Anderson vor seiner ersten Dior Show von John Galliano erhielt, dienen als poetische Symbole für künstlerische Kontinuität, während die menschenähnlichen Keramiken von Magdalene Odundo skulpturale Silhouetten entstehen lassen. Fließende Linien ziehen sich geschmeidig über strukturierte Formen oder umhüllen sanft den Körper sowie seine Kurven und Gesten. Diese neue Formensprache erweitert die Symbole der Maison und knüpft gleichzeitig an ihr Erbe an.

 

Handarbeit verwandelt Kleines in Großes: Blumen werden aus Seide ausgeschnitten oder in üppigen Stickereien verarbeitet, strukturierte Fäden werden von Hand zu gesprenkeltem Tweed gewebt und Mesh liegt wie Schleier über voluminösen Silhouetten. Auch der Strick erhält Einzug in die Couture und zelebriert handwerkliches Geschick und Experimentierfreudigkeit. Die Accessoires erinnern an einzigartige Artefakte – von geformten Handtaschen bis hin zu umgearbeiteten Materialien. Jedes Design ist ein kleines Wunderwerk.

 

Couture zu tragen bedeutet, sie zu sammeln und die Ideen, die ihr innewohnen, mit Empathie zu bewahren.

1234567890123456789/63

Die Inszenierung

Der Ausstellungsraum stellt die Natur auf den Kopf und entführt die Betrachter in eine umgekehrte Landschaft, in der Erde und Blumen von oben still ihre Präsenz behaupten.

Skizzen

1234567890123456789/63

Savoir-faire

Natur und Kunst verschmelzen zu skulpturalen Volumen und fließenden Drapierungen, wobei die Schneiderkunst mit floralen Verzierungen kontrastiert.

„Couture ist wie ein Objektiv, durch das ich die Gegenwart betrachten, neu zusammensetzen und anders interpretieren kann.“ – Jonathan Anderson

Ein Blick hinter die Kulissen